|
|
(Trauer:-) PARTY im Brel
Hoffmann? welcher Hoffmann?
text/fotos: Knut Hoffmeister
Café Brel, 28.Okt. 2005
Eigentlich sollte Klaus Hoffmann im Brel singen. Als Anlass diente eine "Trauerfeier" fuer eine, mir voellig unbekannte Radiosendung, die der SFB nach ungefaehr 4637 Sendungen aus dem Programm genommen hatte. Aber das ist doch kein Grund gleich selbst zum Sterben ins Brel zu kommen, das Café Brel hat doch sein ganzes Leben noch vor sich.
Da lahmten Leute rein die aussahen als haette man sie aus dem Seniorenheim gekratzt, aber zu meiner grossen Ueberraschung gestalteten die einen Kuenstlerabend, so laessig elegant, dass ich mich fuer meine dummen Vorurteile schaemen musste. (einige sehr schöne Frauen waren auch dabei, teilweise in Begleitung ihrer Tochter, die Mutter jugendlich darstellend )
Erst wurden ein paar Grabesreden gehalten, was es doch fuer ne tolle Sendung gewesen sei und wieder einmal stirbt ein Stueck Kultur...., doch dann wurde ganz flott der mentale Teppich eingerollt und die Schow ging ab. Das hatte Klasse, und ich musste mir wieder einmal vorführen lassen, dass wir Huepfer das feiern nicht erfunden haben. Da spielte ein Trio im Hintergrund (Bass, Schlagzeug, Piano) so laessig und temperiert als wollte es mit der Titanic gleich nochmal untergehn.
|
Selbst der ehemalige Chef vom GO IN aus den 70ern kam reingerollt, Pete "Wyoming" Bender, ein erstklassiger Bluesman, der auch nach ueber 30 Buehenjahren wie ein Newcomer angesagt wurde, sang herzerwaermend. Eine Opersaengerin traellerte, Ein begnadeter Klarinetist gab sich die Ehre und es entwickelte sich eine spontane Begraebnisfeier im Sinne der "Freunde Der Italienischen Oper". Sogar ein paar Jungs vom suedlichen Abschnitt schneiten auch noch rein.
Schliesslich schälte sich, der am Savignyplatz unvermeidliche, Rolf Eden vom Tresen,("trinksten Wodka?"), und noetigte mir einigen Respekt ab. Der koennte seine Milliönchen auch unter den Gummipalmen in seiner Grunewaldvilla verzehren. Da kennt ihn aber keiner. Nee, es muss ne Kneipe sein und zwar in Berlin. Da steht er in seinem schneeweissen Anzug, wie ein aus einem versunkenen Jahrtausend schaumgeborener Lustgreis, und singt dabei recht passabel "Oh My Baby Balla Balla.
Das hatte dann schon wieder was... nach 5 Wodka.
Zukunft lass dir umarmen:
©hoffmeister 2005
|
|
|
|
| |
find a venue in
Berlin Charlottenburg
|
|
|